Deutscher Rat für Vogelschutz e.V. (DRV)
zuletzt aktualisiert:
26.04.2012

Der neue Vorstand des DRV (von links nach rechts): Ulrich Mäck,
Johannes Schwarz, Norbert Schäffer, Andreas von Lindeiner,
Hermann Hötker, Helmut Brücher, Helmut Opitz, Ubbo Mammen
und Christoph Sudfeldt. (Torsten Langgemach: nicht abgebildet)
Neuer Vorstand im Deutschen Rat für Vogelschutz

Am 19. April 2008 ging in Zwiesel im Bayerischen Wald eine Ära zu Ende: Dr. Hans-Günther Bauer trat nach 15jähriger Amtszeit als Präsident des Deutschen Rates für Vogelschutz (DRV) zurück. Die sehr gut besuchte Mitgliederversammlung dankte ihm für sein großes Engagement mit einem Gemälde des Vogelmalers Christopher Schmidt, das seine Lieblingsart zeigt, der er so manch anspruchsvollen Aufstieg auf höchste Gipfel zu verdanken hat: die Steinrötel. Ganz loslassen konnte der scheidende Präsident „seine“ über eineinhalb Jahrzehnte gewachsenen Verbindungen aber dann doch nicht: Nach einer gleichermaßen humorvollen wie (selbst-)kritischen Bilanz bot er an, den DRV auch künftig nach besten Kräften unterstützen wollen und vertritt den DRV weiterhin im nationalen Rote-Liste-Gremium.

Die einstimmig verlaufenden Vorstandswahlen ergaben folgende neue Besetzung:
Präsident: Dr. Andreas von Lindeiner (LBV)
Vizepräsidenten Dr. Hermann Hötker (NABU), Dr. Norbert Schäffer
Schatzmeister: Johannes Schwarz (DDA)
Schriftleiter: Ubbo Mammen (Greifvogel- und Eulenmonitoring)
Beisitzer: Helmut Brücher , Dr. Torsten Langgemach (Vogelschutzwarte Brandenburg),
Dr. Ulrich Mäck (OAG Baden-Württemberg), Helmut Opitz (NABU), Dr. Christoph Sudfeldt (DDA)

Die neuen Vorständler trafen sich noch am Abend der Wahl zu einer ersten Sitzung, um die Arbeitsschwerpunkte der kommenden drei Jahre festzulegen. So sollen insbesondere die Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie (bessere Vernetzung der internationalen mit der regionalen Ebene), die nationale Biodiversitätsstrategie sowie der Klimawandel thematisiert werden. Die anhaltenden Veränderungen unterworfene Situation in der Landwirtschaft – nachwachsende Rohstoffe, Bioenergiepflanzen, EU-Agrarpolitik – wurde bereits auf der diesjährigen Tagung als Schwerpunkt behandelt und wird den DRV wegen der dadurch veränderten Lebensbedingungen für Vogelarten der Kulturlandschaft auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Sehr informative Vorträge von Florian Schöne (NABU) und Prof. Dr. Franz Bairlein (DO-G) zeigten eindrucksvoll, welch immensen Herausforderungen sich der Natur- und Vogelschutz stellen muss, will er die Artenvielfalt auch in diesem Lebensraum erhalten. Die derzeitigen Rahmenbedingungen erscheinen alles andere als günstig.

Der DRV hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen staatlichem und verbandlichem Naturschutz zu intensivieren. Die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Berichte zum Vogelschutz“ erfreut sich hoher fachlicher Anerkennung und soll als Aushängeschild des DRV gestärkt werden. Mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) trat dem DRV ein 17. Mitgliedsverband bei. Schließlich beschloss die Mitgliederversammlung, das bundesweite ADEBAR-Projekt im Jahre 2008 mit 3.000 EUR zu fördern.