Arbeitsgruppen und Workshops
Der DRV veranstaltet im Rahmen seiner Frühjahrsversammlung regelmäßig Workshops zu verschiedenen aktuellen Themen, die den Vogelschutz betreffen. Außerdem gibt es interne Arbeitsgruppen, die sich mit diesen Themen weiter befassen und daraus Handlungsempfehlungen oder Positionspapiere erarbeiten.
Waldentwicklung und Vogelwelt
Am 21. März 2026 lud der Deutsche Rat für Vogelschutz zu einem Workshop im Rahmen seiner Mitgliederversammlung ein. Thema des Workshops war die Frage, wie Wälder im Spannungsfeld von Klimawandel, Biodiversität und forstlicher Nutzung zukunftsfähig gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere das Zusammenspiel natürlicher Waldentwicklung und aktivem Management im Rahmen von Natura 2000.
Ein zentraler Punkt der Vorträge war die Bedeutung von Strukturreichtum für die Artenvielfalt, der Schwerpunkt lag dabei auf der Artengruppe Vögel. Es wurde hervorgehoben, dass nicht nur die vertikale, sondern vor allem die horizontale Heterogenität entscheidend ist. Ebenso wurde betont, dass die Vielfalt an Totholzstrukturen wichtiger ist als deren reine Menge. Natürliche Störungen können zur ökologischen Aufwertung beitragen, während einheitlich gebaute, stark geschlossene Bestände oft weniger günstig sind. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Kalamitätsflächen und dem Waldumbau im Klimawandel. Die Vorträge zeigten, dass das vollständige Räumen von Schadflächen aus naturschutzfachlicher Sicht nachteilig ist, während das Belassen einzelner Strukturen, insbesondere Dürrständer, die Biodiversität fördern kann. Gleichzeitig wurde ein stärkerer Fokus auf naturnahe, laubholzreiche Wälder gelegt, auch im Hinblick auf ihre Bedeutung für Wasserhaushalt und Mikroklima.
In der Diskussion wurde deutlich, dass zukünftige Strategien stärker dynamische Prozesse berücksichtigen müssen. Dazu gehört, Sukzession zuzulassen, unterschiedliche Entwicklungsphasen kleinräumig zu integrieren und auch Übergänge zwischen Wald und Offenland stärker zu fördern. Einigkeit bestand darin, dass naturschutzorientierte Waldwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten kann und als integrativer Ansatz neben streng geschützten Flächen weiterentwickelt werden sollte.
Als zentrale Ansatzpunkte wurden die Förderung von Strukturvielfalt, ein angepasster Umgang mit strukturellen Störungen, die stärkere Berücksichtigung von Klima- und Wasserfunktionen sowie flexiblere Planungsansätze genannt, die auch Privatwälder und jagdliche Fragestellungen einbeziehen.

Die TeilnehmerInnen des DRV-Workshops bei der anschließenden Exkursion an den Altmühlsee. Foto: K. Lauer
